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Gespräch mit Wolfgang Welsch - STASI 1 STASI
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Wolfgang Welsch Wolfgang Welsch wurde 1944 in Berlin geboren und besuchte nach seinem Abitur eine Schauspielschule. Nach seiner Freilassung arbeitete er als Assistent der DEFA (Deutsche Film AG) und wurde 1967 für fünf Jahre wegen Hochverrat inhaftiert, da er heimlich systemkritische Dokumentarfilme plante. |
Das Plakat
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YouTube-Videos der Veranstaltung
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Eintrag im Goldenen Buch
Vielen Dank für die Einladung ans „Goldberg”
und Dank für die nahezu perfekte und professionelle
Vorbereitung eines „Talk” über den Unrechtsstaat „DDR”
und den Widerstand des „kleinen Staatsfeindes” |
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Fotogalerie
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PressestimmenSindelfinger Zeitung: 13.10.2010, von Bernd HeidenDie Eishölle im DDR-GefängnisEr ist Stasi-Opfer und war, längst in Freiheit, noch ein Stasi-Verfolgter, dem die DDR-Staatssicherheit im Zentralen Operativen Vorgang Skorpion mit Mordanschlägen nach dem Leben trachtete. Bei Goldberg-Aktuell in der Aula erzählte Wolfgang Welsch in Sindelfingen beklemmende Details aus der Zeit seiner Stasi-Haft und vermittelte nebenbei überraschende Einsichten. Zum Beispiel, dass rauchen Leben retten kann. Es war keine ausgeklügelte Fluchtaktion, die ihn erstmals in Stasi-Haft brachte, erklärt der studierte Schauspieler den beiden Moderatorinnen Rebecca Atwood und Franziska Rebmann. Seine Mutter steckte ihm 1964 seinen alten bundesdeutschen Pass zu, den er noch aus der Zeit vor dem Mauerbau hatte. „Ich habe ihm magische Qualitäten zugeschrieben”, so der 66-Jährige, der den Pass für ein „Sesam-öffne-dich” hält. Am Grenzübergang fliegt er sofort auf. Ein Kalaschnikow-Kolben ins Gesicht ist Vorgeschmack auf die Behandlungen, die im Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Pankow folgen werden und sich nach seiner Freilassung zwei Jahre später und erneuter Inhaftierung, diesmal für fünf Jahre, noch verschlimmern sollten. Renitent und unbeugsam, zu keinen Schuldeingeständnissen bereit, kommt es noch brutaler. Nachts hört er seltsame Geräusche vor seiner Zellentür. Schweinebacke, so der Name des Anstaltsleiters im Häftlingsjargon, führt ihn mit einem Tuch über den Kopf ab in den Hof. Was Welsch irritiert: Er nimmt trotz Gesichtsverhüllung Bewaffnete wahr. Das reguläre Gefängnispersonal aber trägt keine Waffen. Scheinhinrichtung Nach Hin- und Hergeschubse im Hof wird er vor eine Wand gestoßen, erwartet noch eine Tracht Prügel. Plötzlich aber folgen Befehle wie an ein Erschießungskommando. „Haben Sie noch etwas zu sagen?” wird er gefragt. „Ich nahm das wahr wie durch Watte. Ich dachte, das würde mich nicht betreffen”, berichtet er von der Schockreaktion, die ihn wie aus sich selbst heraustreten lässt. „Feuer!” heißt der letzte Befehl dieser Scheinhinrichtung. Er kommt in seine Zelle zurück. Fortan hat er seine Ruhe. „Es ist mir egal, ihr könnt mich ruhig noch ein zweites Mal erschießen”, blockiert er auch den letzten Vernehmungsversuch. Nach seinem Freikauf 1971 durch die Bundesrepublik nimmt er ein Politikstudium in Gießen auf und betätigt sich als Fluchthelfer. Er fügt falsche Einreise- und Ausreisestempel von Ostblockstaaten in BRD-Reisepässe. Die werden DDR-Bürgern zugespielt, die mit DDR-Papieren in das Land einreisen und in den nächsten sozialistischen Bruderstaat ausfliegen, am Flughafen dort aber den BRD-Pass vorzeigen und so nicht als DDR-Flüchtling, sondern als willkommener westdeutscher Devisenbringer lächelnd empfangen werden. Wenige Tage und ein Tourismus-Programm später können sie unbehelligt nach Westdeutschland ausfliegen. Als Westdeutscher gerät Welsch zudem wieder ins Visier der Mielke-Truppe, weil er 1973 ein Memorandum gegen die Aufnahme der DDR in die Vereinten Nationen verfasst. Das gelangt über die Vermittlung von CSU-Chef Franz-Joseph Strauß ins Plenum der UN in New York und dort auch auf den Tisch der DDR. Drei Mordanschläge Im Rahmen der Operation Skorpion soll er nun liquidiert werden. Drei Mordanschläge in Deutschland, England und Israel überlebt er. Seine Raucherleidenschaft rettet ihm bei den Briten das Leben. Gerade als er sich auf der Insel im Mercedestransporter nach seiner in den Fußraum gefallenen Pfeife bückt, durchschlägt die Kugel eines Scharfschützen die Windschutzscheibe. Am Donnerstag 21. Oktober, um 9.30 Uhr ist Marianne Birthler zu Gast bei Goldberg-Aktuell im Sindelfinger Gymnasium. Wolfgang Welsch gestern in der Gesprächsreihe Goldberg-Aktuell mit den Moderatorinnen Rebecca Atwood und Franziska Rebmann. |
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