Jens Lehmann
Jens Lehmann wurde am 10. November 1969 in Essen geboren.
Seine Karriere als Torwart Profifussballer begann 1989 beim FC Schalke 04 in der 2. Bundesliga, Er und seine Mannschaft stiegen 1991 in die 1. Bundesliga auf. Insgesamt spielte er als aktiver Spieler 10 Jahre für Schalke 04, ein Jahr für AC Mailand, vier Jahre für Borussia Dortmund, fünf Jahre für FC Arsenal und zwei Jahre für Stuttgart. 2006 wurde er Stammtorwart der deutschen Nationalmannschaft. Eine der größten Erfolge waren Weltmeisterschafts-Dritter: 2006 und Europameisterschafts-Zweiter: 2008. Er wurde unter anderem als bester Torhüter Europas, UEFA Club Torhüter des Jahres, bester Torhüter der Premier League und als zweiter bei der Wahl zum Welttorhüter des Jahres 2006 ausgezeichnet. Jens Lehmann erhielt in der Bundesliga 36 gelbe Karten und wurde insgesamt siebenmal des Platzes verwiesen. Außerhalb des Fußballfeldes unterstützt er die Stiftung „Jugendfußball”, ist Botschafter der Stiftung „Power-Child Campus South Africa”, die zum Beispiel Einrichtungen für Kinder zu schafft, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, und engagiert sich unter anderem auch für die englische Anti-Rassismus-Initiative „Kick it Out”.
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Das Plakat
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Sindelfinger/Böblinger Zeitung: 14.4.2010 von Jürgen Wegner
Michael Schwartz grinst bis über beide Ohren. Ein echter Jens Lehmann schmückt jetzt sein königsblau-weiß;es Trikot. Damit darf sich der Schalke-Fan aus Sindelfingen als echter Sieger fühlen – anders als weit über hundert Schüler, die sich eine dreiviertel Stunde lang im Pausenhof die Füß;e plattgetreten haben, um ein Autogramm des Fuß;ball-Stars zu ergattern.
Dass kein falscher Eindruck entsteht: Lehmanns Tempolauf durch das Fan-Spalier hatte gute Gründe: Die Stippvisite bei „Goldberg Aktuell“, der Gesprächsreihe am Sindelfinger Goldberg-Gymnasium, ist aus einem straffen Tagesprogramm mit zwei Trainingseinheiten rausgeschwitzt. Dazu hat VfB-Trainer Christian Gross die Wasen-Profis am Vormittag mal wieder etwas länger rangenommen. Und ab dem Heslacher Tunnel war auch noch Stau.
So beginnt der lockere Plausch zwischen Jens Lehmann und den beiden Schülerinnen Laura Bublitz und Julia Moroff in der picke-packe-vollen Schul-Aula mit einer knapp halbstündigen Verspätung und ist beschränkt auf eine Halbzeitlänge. Diese 45 Minuten werden zum Freundschaftsspiel, bei dem sich die Gegenüber gegenseitig gut aussehen lassen und sich locker den Ball zuspielen. Und VfB-TV-Kameramann Holger Laser hält voll drauf.
Grätschen bleiben aus
Dabei dürfte die ein oder andere Grätsche schon sein. Zumal Jens Lehmann unter den Augen des Fifa-Schiedsrichters Knut Kircher, der unten im Publikum sitzt, wunderbare Vorlagen gibt. Zum Beispiel, als er andeutet, dass bei Sönke Wortmanns „Sommermärchen“ – dem Film zur WM 2006 – die ein oder andere Szene fehlt, weil es für die Nationalspieler an mancher Stelle eine Spur zu intim wurde. Was aber genau der Zensur zum Opfer fiel, bleibt ein Geheimnis.
ähnlich sieht es bei Jens Lehmanns Verhältnis zum VfB Stuttgart aus. Das sei „ein Verein, der mir nochmal die Chance gab, in der Bundesliga zu spielen. Dafür bin ich dankbar“, sagt der 40-Jährige. Froh sei er darüber gewesen, wie ihn die Menschen im Ländle aufgenommen haben. Doch ob der Brustring mittlerweile seinen Platz im Herzen des erfahrenen Profis gefunden hat, wäre interessant zu wissen gewesen. Immerhin sagt Jens Lehmann noch: „Ich will einen guten Eindruck hinterlassen“, und deshalb werde er sich bis zum letzten Schlusspfiff für den VfB Stuttgart voll reinhängen.
Deutschland im Glück
Das aber sind die einzigen Stockfehler, ansonsten schlagen sich die beiden Schülerinnen hervorragend. Jens Lehmann ist schon deshalb interessant, weil er eben Jens Lehmann ist. Ein kleiner Ausflug Richtung Berlin, schon ist das WM-Viertelfinale gegen Argentinien wieder da. Jens Lehmann beim Elfmeterschieß;en, Spickzettel hinterm Schienbeinschützer hervorgeholt, Spiel gewonnen, Deutschland im Glück, wunderbar. Die Goldberg-Besucher danken es mit Szenenapplaus – und stöhnen auf, als Lehmann kurz darauf das schmerzhafte Aus gegen Italien ins Spiel bringt.
Schalke, Mailand, Dortmund, London, Stuttgart. Vizeweltmeister als Bankdrücker 2002, WM-Dritter und EM-Zweiter, Deutscher Meister, Europapokalsieger, FA-Cup-Sieger, zweimal bester Torhüter Europas, sieben Mal vom Platz geflogen, dem Journalisten die Brille und dem Mitspieler das Stirnband geklaut, dem Gegenspieler auf den Fuß; getreten – der Mann hat viel erlebt und bereut nur wenig davon. Den Satz „meine Ausraster auf dem Platz ...“ vervollständigt er mit „... sind alle mehr oder weniger harmlos gewesen“.
Torhüter und Linksauß;en, die haben doch einen an der Waffel, heiß;t es oft im Fachjargon. Auf dem Goldberg gibt sich Jens Lehmann zahm, locker und redegewandt. Dann wagt er noch eine Prognose. Deutschland kann bei der Weltmeisterschaft in Südafrika, bei der Jens Lehmann für „Sky“ in die Kommentatorenrolle schlüpft „weit kommen, wenn Jogi Löw die richtigen Spieler mitnimmt und das Team zur verschworenen Gemeinschaft wird.“ Aber Ghana und Serbien dürfe man in der Vorrunde nicht unterschätzen. Aha.
Um 14.12 Uhr ist Schlusspfiff. Weil schon das nächste Training ansteht, hat der Profi eigentlich wieder keine Zeit für Autogrammjäger – und erfüllt dann doch wenigstens die dringlichsten Wünsche. Zum Beispiel den von Martina Vetter. Die Lehrerin der Klasse 6c hat einen Fuß;ball mitgebracht, der durch Lehmanns Handschrift zum Klassenball der wertvollen Art wird. Die Schüler werden sich freuen.
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