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Befragung des Landtagskandidaten im Wahlkreis Böblingen
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Die Kandidaten
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Das Plakat |
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Ergebnis der Wahl am Goldberg
Am 3. März 2011 wurden die Direktkandidaten der fünf wichtigsten Parteien bei „Goldberg Aktuell” von Linda Wilke und Andreas Schorr auf Herz und Nieren (und noch mehr) getestet. Jeweils eine halbe Stunde mussten die Kandidaten unangenehmen Fragen standhalten und versuchen, ein möglichst gutes Bild bei den Schülern abzugeben, denn jeder Schüler ist ein potenzieller Wähler. Dabei wurden sie nicht nur auf ihre politische Meinung, sondern vor allem auch auf ihre Persönlichkeit getestet. Zum Schluss stimmten die Schüler über die Kandidaten ab und schickten mit einer klaren Mehrheit Florian Wahl von der SPD für das GGS in den Landtag. Ihm gelang es, nachdem die anderen Kandidaten gut vorgelegt hatten, das Publikum mit einer engagierten Leistung und einem authentischen Auftritt von sich zu überzeugen. Ob die vorgezogene Wahl wirklich repräsentativ war, erfahren wir alle am 27. März bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg. |
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YouTube-Videos der Veranstaltung
Florian Wahl
Paul Nehmeth
Dr. Jan Rittaler
Stefan Dreher
Florian Wahl |
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Fotogalerie
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PressestimmenSindelfinger Zeitung: 5.3.2011, von Bernd HeidenGebruzzel auf dem Verhörgrill„Herzlich willkommen zum Kandidatenverhör!“ Die Begrüßungsfloskel von Andreas Schorr vom Seminarkurs Goldberg-Aktuell mutete wie die Ouvertüre zu einer polizeilichen Beschuldigtenvernehmung an. Da Kandidatur für den Landtag freilich weder Straftat noch Ordnungswidrigkeit ist, mündete das Verhör der fünf Landtagskandidaten in der Aula des GGS auch nicht in Freisprüchen oder Freiheitsstrafen, sondern in finalen Gunsterweisen des Publikums. „Gut, dass ich nicht auf dem Fußballplatz bin“, versucht CDU-Kandidat Paul Nemeth nach 20 Minuten Verhör zur Person, Allgemeinwissen und politischen Einstellungen das Abstimmungsergebnis mit Humor zu nehmen: Die roten Karten, die das Publikum in die Höhe streckt, sind eindeutig in der Mehrheit. Grüne Karten, die stattdessen Zustimmung signalisierten, sind rar. Dabei schneidet Nemeth in Sachfragen nicht signifikant schlechter ab, als die Mitbewerber, die sich auf dem heißen Stuhl im gleißenden Scheinwerferlicht platzieren. Bei der Bitte aus dem Off um vollständige Nennung aller Atommeiler-Standorte - Neckarwestheim, Obrigheim, Philippsburg - im Land scheitern beispielsweise alle Kandidaten. „Das scheint hier wie bei einer Grillparty zu sein, nur dass keine Würstchen, sondern Kandidaten auf dem Rost liegen“, bringt Grünen-Kandidat Roger Hahn zur Begrüßung deutliches Unbehagen zum Ausdruck angesichts der Verhörsituation, bei der die Probanden ihre Befrager - Andreas Schorr und Linda Wilke - nicht sehen können. Aber nach Rostbratwürsten fragen die nicht. Nach Butterpreisen dagegen schon, um das Alltagsorientierungswissen der Kandidaten zu checken. Zwischen 1,50 und zwei Euro für das halbe Pfund schätzt Hahn. Zwar nicht fett, aber doch daneben: 80 Cent bis 1,50 Euro wäre die Antwort. „Ich kauf' immer Bio-Butter“, erklärt er sein gefühltes Butter-Preishoch. Farblich passend zur Parteizugehörigkeit fällt die Abstimmung aus. Er kassiert mehrheitlich grüne Karten. Parodie erntet Beifall Vor einer grünen Wand steht am Ende SPD-Kandidat Florian Wahl. Das bedeutet summa cum laude, was wiederum „mit höchstem Lob“ heißt, wie die Republik seit der Doktor-Affäre des gewesenen Verteidigungsministers weiß. Dass der 26-Jährige selbst kein Aufschneider ist, muss und kann er gleich eingangs beweisen. Er stellt sich auf Verlangen auf Französisch vor. Damit löst der studierte Anglistiker die Behauptung seiner Facebook-Seite ein, den romanischen Zungenschlag unseres Nachbarlandes zu beherrschen. Das bringt Applaus. Einen Beifallssturm löst er gar im Parodiefach aus: Die geforderte Huldigung aufs baden-württembergische Bildungssystem lässt er im Argument gipfeln, schlechte Studienbedingungen für die Allgemeinheit seien prima. Denn dann müsse man ja im Ausland studieren - bekanntlich ein Vorteil für die spätere Karriere. Wer beim Herrn mit dem gelben Schal den Spaßpolitiker à la Westerwelle erwartet, sieht sich enttäuscht. FDP-Kandidat Dr. Jan Rittaler antwortet ohne Zögern druckreif und wohlinformiert. Selbst derzeit diskreditierte Parteipositionen wie die nach Steuersenkungen, sofern möglich, verteidigt er sachlich. Und er windet sich bei Fragen nach persönlichen Schwächen auch nicht wie die meisten anderen. Hang zu gutem Essen bezeichnet er als sein Makel. „Wenn meine Partnerin kocht, tritt diese Schwäche sofort in Erscheinung. Da bin ich völlig willenlos.“ Seine Art kommt an. „Volle grüne Welle“, bilanziert Lehrer Michael Kuckenburg angesichts von nur wenigen roten Karten für Dr. Rittaler. Anfällig für irdische Freuden Das andere Schwergewicht des Kadidatenquintetts, zumindest nach Körperpfunden, ist Stefan Dreher, der sich für die Linke bewirbt. Wie der andere Korpulente, Dr. Rittaler, nimmt auch er die Hürde mit der Schwächeprüfung mit Leichtigkeit: Anfälligkeit für irdische Freuden nennt er als persönliches Handicap. Etwa gleichgewichtig ist das Abschlussvotum. Das Publikum zückt ungefähr so viel rot wie grün. Den Ausschlag geben wohl weniger politische Positionen, Dreher heimst auch mehrfach lebhaften Zwischenapplaus ein, etwa bei seinem differenzierten Plädoyer für Volksabstimmungen: Kernbereiche der Menschenrechte müssten, so Dreher, davon ausgenommen werden, sonst könnte bei entsprechender Stimmungslage schnell die Todesstrafe wieder kommen. Was offenbar schwer wiegt, ist dagegen die Altersstruktur der Linken. Der Schnitt liegt bei 62 Jahren. Für das überwiegend jugendliche Publikum wohl ein zu reifer Jahrgang. Kuckenburg tröstet Dreher mit einer Flasche Lemberger. Anbaugebiet: Schnaiter Altenberg. |
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