Befragung des Landtagskandidaten im Wahlkreis Böblingen
3.März 2010 um 9.30 Uhr

IM EINZELVERHÖR!

Die Kandidaten

Dr. Jan Rittaler

Dr. Jan Rittaler (51)

  • Vorsitzender des Landesfachausschusses Wirtschaft & Finanzen der FDP Baden-Württemberg
  • Stellvertretender Vorsitzender des Bundesfachausschusses Wirtschaft der FDP

Roger Hahn

Roger Hahn (47)

  • Geboren in Böblingen
  • seit 2007 aktives Mitglied bei den Grünen.
  • Sachkundiger Einwohner im Jugend- und Sozialausschuss der Stadt Sindelfingen.
  • Co-Sprecher der LAG Behindertenpolitik von Bündnis 90 / Die Grünen

Stefan Dreher

Stefan Dreher (55)

  • 1986 Austritt aus der SPD
  • Seit 2009 Mitarbeiter des Sindelfinger Bundestagsabgeordneten Richard Pitterle
  • In der Partei DIE LINKE Landessprecher der Landes-Arbeitsgemeinschaft „Betrieb & Gewerkschaft”
  • Politische Schwerpunkte: Sozial-, Wirtschafts- und Industriepolitik

Florian Wahl

Florian Wahl (26)

  • Geboren in Stuttgart
  • Seit 2008 im SPD Landtagsbüro als Parlamentarischer Mitarbeiter tätig
  • Wahl in den Gemeinderat und Einzug in den Kreistag 2009
  • Danach Mitglied im Verwaltungs- und Kulturausschuss, des Umwelt- und des Schulbeirat der Stadt Böblingen
  • Mitglied des Aufsichtsrates der städtischen Therme GmbH

Paul Nemeth

Paul Nemeth (46)

  • Geboren am 25. Februar 1965 in Böblingen
  • Verantwortet seit 2001 als Direktor die strategische Allianz zwischen IBM und dem Softwarehaus SAP
  • Vertritt den Wahlkreis Böblingen - Sindelfingen - Schönbuch im Landtag von Baden-Württemberg
  • 2007 zum Energiepolitischen Sprecher der CDU Landtagsfraktion gewählt

Das Plakat

Plakat:Kandidaten

Ergebnis der Wahl am Goldberg

Ergebnis

Am 3. März 2011 wurden die Direktkandidaten der fünf wichtigsten Parteien bei „Goldberg Aktuell” von Linda Wilke und Andreas Schorr auf Herz und Nieren (und noch mehr) getestet.

Jeweils eine halbe Stunde mussten die Kandidaten unangenehmen Fragen standhalten und versuchen, ein möglichst gutes Bild bei den Schülern abzugeben, denn jeder Schüler ist ein potenzieller Wähler. Dabei wurden sie nicht nur auf ihre politische Meinung, sondern vor allem auch auf ihre Persönlichkeit getestet.

Zum Schluss stimmten die Schüler über die Kandidaten ab und schickten mit einer klaren Mehrheit Florian Wahl von der SPD für das GGS in den Landtag. Ihm gelang es, nachdem die anderen Kandidaten gut vorgelegt hatten, das Publikum mit einer engagierten Leistung und einem authentischen Auftritt von sich zu überzeugen.

Ob die vorgezogene Wahl wirklich repräsentativ war, erfahren wir alle am 27. März bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg.

YouTube-Videos der Veranstaltung

Florian Wahl

Paul Nehmeth

Dr. Jan Rittaler

Stefan Dreher

Florian Wahl

Fotogalerie

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Pressestimmen

Sindelfinger Zeitung: 5.3.2011, von Bernd Heiden

Gebruzzel auf dem Verhörgrill

„Herzlich willkommen zum Kandidatenverhör!“ Die Begrüßungsfloskel von Andreas Schorr vom Seminarkurs Goldberg-Aktuell mutete wie die Ouvertüre zu einer polizeilichen Beschuldigtenvernehmung an. Da Kandidatur für den Landtag freilich weder Straftat noch Ordnungswidrigkeit ist, mündete das Verhör der fünf Landtagskandidaten in der Aula des GGS auch nicht in Freisprüchen oder Freiheitsstrafen, sondern in finalen Gunsterweisen des Publikums.

„Gut, dass ich nicht auf dem Fußballplatz bin“, versucht CDU-Kandidat Paul Nemeth nach 20 Minuten Verhör zur Person, Allgemeinwissen und politischen Einstellungen das Abstimmungsergebnis mit Humor zu nehmen: Die roten Karten, die das Publikum in die Höhe streckt, sind eindeutig in der Mehrheit. Grüne Karten, die stattdessen Zustimmung signalisierten, sind rar. Dabei schneidet Nemeth in Sachfragen nicht signifikant schlechter ab, als die Mitbewerber, die sich auf dem heißen Stuhl im gleißenden Scheinwerferlicht platzieren. Bei der Bitte aus dem Off um vollständige Nennung aller Atommeiler-Standorte - Neckarwestheim, Obrigheim, Philippsburg - im Land scheitern beispielsweise alle Kandidaten.

„Das scheint hier wie bei einer Grillparty zu sein, nur dass keine Würstchen, sondern Kandidaten auf dem Rost liegen“, bringt Grünen-Kandidat Roger Hahn zur Begrüßung deutliches Unbehagen zum Ausdruck angesichts der Verhörsituation, bei der die Probanden ihre Befrager - Andreas Schorr und Linda Wilke - nicht sehen können. Aber nach Rostbratwürsten fragen die nicht. Nach Butterpreisen dagegen schon, um das Alltagsorientierungswissen der Kandidaten zu checken. Zwischen 1,50 und zwei Euro für das halbe Pfund schätzt Hahn. Zwar nicht fett, aber doch daneben: 80 Cent bis 1,50 Euro wäre die Antwort. „Ich kauf' immer Bio-Butter“, erklärt er sein gefühltes Butter-Preishoch. Farblich passend zur Parteizugehörigkeit fällt die Abstimmung aus. Er kassiert mehrheitlich grüne Karten.

Parodie erntet Beifall

Vor einer grünen Wand steht am Ende SPD-Kandidat Florian Wahl. Das bedeutet summa cum laude, was wiederum „mit höchstem Lob“ heißt, wie die Republik seit der Doktor-Affäre des gewesenen Verteidigungsministers weiß. Dass der 26-Jährige selbst kein Aufschneider ist, muss und kann er gleich eingangs beweisen. Er stellt sich auf Verlangen auf Französisch vor. Damit löst der studierte Anglistiker die Behauptung seiner Facebook-Seite ein, den romanischen Zungenschlag unseres Nachbarlandes zu beherrschen. Das bringt Applaus. Einen Beifallssturm löst er gar im Parodiefach aus: Die geforderte Huldigung aufs baden-württembergische Bildungssystem lässt er im Argument gipfeln, schlechte Studienbedingungen für die Allgemeinheit seien prima. Denn dann müsse man ja im Ausland studieren - bekanntlich ein Vorteil für die spätere Karriere.

Wer beim Herrn mit dem gelben Schal den Spaßpolitiker à la Westerwelle erwartet, sieht sich enttäuscht. FDP-Kandidat Dr. Jan Rittaler antwortet ohne Zögern druckreif und wohlinformiert. Selbst derzeit diskreditierte Parteipositionen wie die nach Steuersenkungen, sofern möglich, verteidigt er sachlich. Und er windet sich bei Fragen nach persönlichen Schwächen auch nicht wie die meisten anderen. Hang zu gutem Essen bezeichnet er als sein Makel. „Wenn meine Partnerin kocht, tritt diese Schwäche sofort in Erscheinung. Da bin ich völlig willenlos.“ Seine Art kommt an. „Volle grüne Welle“, bilanziert Lehrer Michael Kuckenburg angesichts von nur wenigen roten Karten für Dr. Rittaler.

Anfällig für irdische Freuden

Das andere Schwergewicht des Kadidatenquintetts, zumindest nach Körperpfunden, ist Stefan Dreher, der sich für die Linke bewirbt. Wie der andere Korpulente, Dr. Rittaler, nimmt auch er die Hürde mit der Schwächeprüfung mit Leichtigkeit: Anfälligkeit für irdische Freuden nennt er als persönliches Handicap. Etwa gleichgewichtig ist das Abschlussvotum. Das Publikum zückt ungefähr so viel rot wie grün. Den Ausschlag geben wohl weniger politische Positionen, Dreher heimst auch mehrfach lebhaften Zwischenapplaus ein, etwa bei seinem differenzierten Plädoyer für Volksabstimmungen: Kernbereiche der Menschenrechte müssten, so Dreher, davon ausgenommen werden, sonst könnte bei entsprechender Stimmungslage schnell die Todesstrafe wieder kommen. Was offenbar schwer wiegt, ist dagegen die Altersstruktur der Linken. Der Schnitt liegt bei 62 Jahren. Für das überwiegend jugendliche Publikum wohl ein zu reifer Jahrgang. Kuckenburg tröstet Dreher mit einer Flasche Lemberger. Anbaugebiet: Schnaiter Altenberg.

Dr. Harald Braun Dr. Helmut Ranacher Dr. Herbert Honsowitz
Berthold Huber Hans-Werner Busch Andreas von Buelow
Goldberg aktuell-Logo
Klaus Pflieger Clemens Binninger Dr. Joachim Walter
Daoud Nassar Heinz Fromm Uwe Hück
Jürgen Rose Dr. Dieter Hundt Berthold Huber
Alexander Smoltczyk Beate Bube Hartmut von Hentig
Dr. Rüdiger Grube Boris Palmer Martin Schulz
Rudolf Dreßler Hermann Scheer Peter Bofinger
Oswald Metzger Jens Lehmann Rudolf Bosch
Volker Schebesta Mordechai Ciechanower Wolfgang Welsch
Marianne Birthler Sylvia Kotting-Uhl Hans Joseph Zimmer
Cacau Herbert Honsowitz Gabriele Warminski-Leitheußer
Dr. Volker Kefer Winfried Hermann Winfried Kretschmann

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