|
Besuchen Sie auch unseren Youtube-Channel! |
Gespräch mit Marianne Birthler - STASI 2 STASI
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Marianne Birthler Marianne Birthler wurde 1948 in Berlin geboren. Ein Jahr später nahm sie Kontakt mit „Initiative Frieden und Menschenrechte” (IFM) auf und nahm Kontakt zu Häftlingen auf. Nach der Öffnung der Berliner Mauer 1989 arbeitete sie als IFM-Vertreterrin in der Arbeitsgruppe Bildung, Erziehung und Jugend. 1990 gehörte sie als Abgeordnete und Fraktionssprecherin der Fraktion Bündnis 90/die Grünen der Volkskammer an. Darauhin wurde sie als Ministerin für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg gewählt und trat aufgrund der Stasikontakte des Ministerpräsidenten 1992 zurück. Im Jahre 2000 wurde sie von der Mehrheit zur Bundesbeauftragten für die Akten des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR gewählt. |
Das Plakat
|
||||||||||||
YouTube-Videos der Veranstaltung
|
|||||||||||||
Eintrag im Goldenen Buch
Das war ein toller Vormittag!
Danke für die Einladung, für die Gastfreundschaft
und das gute Gespräch - das Leben der Schule
und die Initiative der Schülerinnen und Schüler
haben mich beeindruckt. |
|||||||||||||
Fotogalerie
|
|||||||||||||
PressestimmenSindelfinger Zeitung: 22.10.2010, von Jürgen WegnerDie Stasi wirkt noch immer nach„Das Misstrauen der Menschen kann man mit den Fingern greifen”, sagt Marianne Birthler. Seit zehn Jahren ist sie Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes in der ehemaligen DDR. Am Sindelfinger Goldberg-Gymnasium gewährt sie tiefe Einblicke in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Neun Tage ist es her, dass Wolfgang Welsch, Stasi-Opfer und Fluchthelfer, den Schülerinnen Rebecca Atwood und Franziska Rebmann im Rahmen von „Goldberg Aktuell” intimste Erlebnisse verraten hat. Die Staatssicherheit hatte ihm im „Zentralen Operativen Vorgang Skorpion” mit Mordanschlägen nach dem Leben getrachtet. Der Einzelfall hatte die Zuhörer in der Schul-Aula bewegt. Im zweiten Teil der Doppelveranstaltung wollen es die beiden Schülerinnen genau wissen. Woran liegt es, dass immer mehr Menschen Einsicht in ihre Akten beantragen – obwohl die DDR schon seit über 20 Jahren Geschichte ist? „Einerseits brauchten die direkt betroffenen Menschen aus den neuen Bundesländern einen Sicherheitsabstand. Dann spielen Filme wie „Das Leben der anderen„ eine große Rolle”, sagt Marianne Birthler. Vor allem aber erfahren immer mehr Bundesbürger davon, dass die Stasi auch diesseits der Mauer aktiv war – um Lunten zu legen, die Friedensbewegung in bestimmte Richtungen zu lenken, an den Universitäten Einfluss zu gewinnen, Akten zu manipulieren oder Ex-DDRler zu überwachen. „Gewissheit tut gut” Die Stasi wirkt noch immer nach. Deshalb helfe die Akteneinsicht bei mancher Vergangenheitsbewältigung – aber auch dabei, das Vertrauen in seine Freunde zu stärken: „Die Gewissheit tut gut, wenn ich erfahre, dass mich die Leute in meiner Umgebung nicht verraten haben.” Verrat: Das Überwachungsmonster hatte riesige Greifweiten. Rund 600000 sogenannte Inoffizielle Mitarbeiter (IM) spionierten im Lauf der Jahre ihre Nachbarn, Kollegen oder Mitschüler aus. 189000 waren noch im Jahr 1989 aktiv. Mit Schaudern erinnert sich die Ost-Berlinerin, die 1990 für das Bündnis 90 in den Brandenburger Landtag gewählt wurde, das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport übernommen hatte und 1992 ihre Mandat niederlegte, an die Jahre zurück, in denen es verboten war, von Freiheit zu sprechen. So sei es heute kaum noch vorstellbar, dass man am Frühstück seinen Kindern sagte, dass sie auf dem Pausenhof nicht über die Unterhaltung von gerade eben reden dürfen. Oder, dass man erst nach einem prüfenden Blick über die Schulter einen politischen Witz erzählen durfte. Deshalb geht sie vor allem mit denjenigen hart ins Gericht, die heute noch von der „gar nicht so schlechten DDR” sprechen. „Wer sich damals nicht bewegt hat, sich nicht für Politik interessierte und in seiner kleinen Welt vor sich hinlebte, der kam gut durch. Aber wer in irgendeine Richtung gelaufen ist, stieß früher oder später gegen die Mauer und merkte, dass er eingesperrt war”, sagt Marianne Birthler. Immenser Druck Umgekehrt müsse man unbedingt genau hinschauen. Auch wenn der Großteil der Inoffiziellen Mitarbeiter freiwillig agierten, sei es um persönliche Vorteile zu erzielen oder Nachteile zu vermeiden – hinter jedem Namen steht ein Schicksal. Der Druck sei immens gewesen, und viele Berichte wären bewusst so verfasst, dass daraus kein Schaden entstand. Mit Kritik an der eigenen Behörde geht sie offensiv um, wenn auch auf zweierlei Weise. „Wir halten nichts zurück”, reagiert sie „echt sauer darauf, wenn unsere Behörde als unglaubwürdig dargestellt wird”, sagt sie, als Franziska Rebmann sie auf die „Rosenholz-Dateien” anspricht. Dass die Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen laut Medienberichten zurückhaltend mit den gesammelten Daten des DDR-Auslandsnachrichtendienstes umgegangen sei, ist schnell abgebügelt. Dafür würde sie gerne eines ändern: Dass ehemalige Inoffizielle Mitarbeiter der Stasi in ihrem Haus für sie arbeiten: „Das wurde schon vor meiner Zeit eingeleitet. Es besteht Kündigungsschutz, und wenn sie keine silbernen Löffel stehlen, kann man daran nichts ändern.” Ihren Wunsch für die Zukunft wollen die beiden Schülerinnen zum Abschluss noch wissen: „Dass Demokratie nicht nur eine Organisationsform ist, sondern von vielen Menschen mit Leben gefüllt wird.” |
|||||||||||||
|
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
| ||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Wir danken herzlich für die Unterstützung bei unseren Plakaten!